Mittelalterliche Rezepte aus Europa

Alle Rezepte auf dieser Seite sind bereits von uns im Feldversuch auf ihre Durchführbarkeit und geschmackliche Eignung getestet worden. Die Rezepte haben sich so langsam angesammelt, teilweise ohne Quellenangabe.
Und nun viel Spaß beim Nachmachen, denn Selber Kochen macht satt :)

 


Biersuppe

ZUTATEN für 4 Pers.

250 g Brot (Schwarz-), altbacken
2 Liter Bier, dunkel (am besten fränkisches Schwarzbier)
1 TL Kümmel
1 Msp. Ingwer, gerieben
1 Prise Zimt
Butter
Zucker
Das altbackene Schwarzbrot zerschneiden und mit dem Bier übergießen. Ca. eine halbe Stunde weichen lassen. Dann mit Kümmel, Ingwer und Zimt solange kochen lassen, bis sich das Brot völlig verrühren lässt. Durch ein Sieb passieren, wieder heißwerden lassen und die Butter unterrühren, mit Zucker abschmecken.
Ich muß allerdings fairerweise erwähnen, daß ich dieses Rezept neulich nachgekocht habe und daß es kaum genießbar war. Ich nehme an, ich hätte es nicht pürieren sollen, dadurch wurde auch der Kümmel gemahlen und alles schmeckte danach. Möglicherweise wurde die Suppe früher auch stärker gesüßt. Also Vorsicht: Nicht unbedingt als Hauptmahlzeit einplanen. (Oder parallel zur Zubereitung eine Tiefkühlpizza in die Röhre schieben, für alle Fälle...)


Brennesel Suppe

Junge Brenneseln ernten, im Frühjahr besonders zu empfehlen. Die Brenneseln waschen und in einem Topf mit etwas Brühe (Fleisch- oder Gemüsebrühe) bedeckt kochen, bis sie gerade weich sind. Die Brühe anschließend abgießen und aufbewahren. Die Brenneseln klein schneiden. In einem Topf Butter schmelzen, Mehl zugeben und anschwitzen lassen, dann die Brühe zugeben. Die klein geschnittenen Brenneseln dazugeben und das ganze kochen lassen. Mit Salz, Majoran, Thymian und Schnittlauch abschmecken


Grüne Suppe

Frischen Spinat waschen und putzen, den weißen Teil einer Lauchstange waschen und putzen und anschließend dünn schneiden. Petersilie waschen und hacken. Lauch und Spinat in kochende Fleisch- oder Gemüsebrühe geben, ca. 5 Min. kochen lassen, dann auch die Petersilie zugeben und noch ein paar Minuten kochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Suppe kann mit Eigelb und Sahne verfeinert werden


Getreidebrei

Breie waren genauso wie Brot eine der Hauptmahlzeiten der ärmeren, europäischen Bevölkerung. Roggen, Weizen, Hirse, Hafer und Dinkel waren damals die gängigen Getreidearten, der Konsum von Roggenprodukten wird aber wohl am verbreitetsten gewesen sein. Das Auftreten des heute als Ergotismus bekannten "heiligen Feuers" wäre ohne kontaminierte Roggenprodukte nicht möglich gewesen. Die in den überlieferten Texten beschriebenen Verläufe der Krankheit treten außerdem nur dann auf, wenn weiterhin kontaminiertes Getreide konsumiert wird. Da die Krankheitszahlen in manchen Jahren fast epidemische Ausmaße annahmen, ist der Rückschluss berechtigt, dass der Großteil der Bevölkerung sich täglich von Roggenprodukten ernährte. Das Getreide wurde in der Mühle mittels Mahlsteinen gemahlen, was zwar zu einem mittelfeinen Mehl führte, jedoch den Nachteil hatte, dass der dabei automatisch beigefügte Steinstaub die Zähne stark abnutzte. Für einen Getreidebrei kocht man gemahlenes oder grob geschrotetes Getreide mit Wasser im Verhältnis 1:1 kurz auf und läßt es anschließend noch etwas quellen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten das Ganze zu variieren. So kann man z.B. einen Teil des Wassers durch Milch ersetzen und verschiedenes Obst oder Gemüse, entweder geschnitten, geraspelt oder als Brei, hinzufügen. Ob die breite Bevölkerung sich jeden Tag einen Apfel oder ähnliches in ihren Brei schnippeln konnte, darf allerdings bezweifelt werden. Für die Mengenberechnung kann man mit 25-30g Getreide pro Person rechnen.


FLADENBROT; MITTELALTER

Zutaten:
200 g Roggenmehl
200 g Weizenmehl
200 g Weizenschrot
60 g Hefe
2 Tl. Salz
1 El. Zucker
1 El. Oel
Ilka Spiess

Zubereitung:
Die Hefe zerkleinern und in 0,1 Liter Wasser auflösen. Salz, Zucker
und 0,4 Liter Wasser zusammenmischen, das Mehl und den Schrot
dazugeben und alles gut durchmischen. Der Teig sollte geschmeidig
sein. 30 Minuten gehen lassen und dann bei 120 Grad im Backofen 40
Minuten backen lassen.


Frische dicke Bohnen mit Kräutern

Nimm die Bohnen und schäle sie mit heißem Wasser, wie man es bei den Mandeln tut. Dann gib sie in eine gute Fleischbrühe zum Kochen. Und wenn sie dir gar scheinen, füge ein wenig Petersilie und gehackte Minze hinzu und koche sie zusammen mit gutem Salzfleisch. Diese Suppe soll ein wenig grün sein, weil sie dann schöner aussieht. Du kannst dasselbe mit jungen Erbsen machen und mit jedem anderen frischen Gemüse, aber beachte, dass diese nicht, wie die Bohnen mit heißem Wasser geschält werden müssen, sondern lass ihnen ihre feine Haut.

Zutaten:

½l Rinderbouillon oder Geflügelbouillon
2kg frische dicke Bohnen
100g gesalzene Schweinebrust oder getrockneter, gesalzener Speck
1EL feingehackte Petersilie
1EL frische Minze
Salz
 

Zubereitung:

Die Bohnen aus der Hülse nehmen und kurz überbrühen, abtropfen lassen und unter kaltem Wasser abschrecken. Dadurch lassen sich die Bohnen sehr leicht mit dem Fingernagel oder dem Messer schälen.
Die Schweinebrust oder den Speck in ganz kleine Würfel schneiden. Die Bouillon, die Bohnen und die Fleischwürfel in einen Topf geben und zum kochen bringen. Ungefähr zehn Minuten garen lassen, bis die Bohnen zerfallen, aber noch nicht breiig werden. Die gehackte Petersilie und Minze zugeben. Einige Male aufkochen lassen. Salzen, abschmecken und servieren.


In Gewürzen gedünstete Champignons
 

Nimm die Bergpilze und bringe sie in Wasser zum Kochen. Schütte das Wasser ab und brate sie zusammen mit fein geschnittenen Zwiebeln oder dem Weißen vom Lauch, Gewürzen und Salz. Gib sie zu essen.

Zutaten:

500 g wilde Champignons oder rosafarbene Champignons de Paris
1 kleine Zwiebel
Olivenöl
1 Prise frisch gemahlener Pfeffer
1 Prise Ingwerpulver
1 Prise frisch geriebene Muskatnuß
2 Prisen Korianderpulver
Salz
 

Zubereitung:

Die Champignons putzen und je nach Größe halbieren oder vierteln.
Die Pilze etwa zehn Minuten in sprudelndem Wasser kochen lassen, dann sorgfälltig abtropfen lassen.
In der Zwischenzeit die Zwiebeln fein hacken und in Olivenöl glasig dünsten. Im Anschluss die Pilze zugeben und bei großer Flamme kurz anrösten.
Salz und Gewürz hinzugeben und auf kleiner Flamme etwa 1/4 Stunde bedeckt köcheln lassen, dabei gelegentlich umrühren. Wenn die Pilze goldbraun sind, sofort servieren 


Pilze mit Knoblauch

Pilze reinigen und den Stiel entfernen, Knoblauchzehen schälen und in einer Schüssel zerkleinern. Etwas Salz zugeben und das ganze mit Butter und klein gehackter Petersilie zu einer Paste verarbeiten. Etwas Butter erhitzen und die Pilze mit der offenen Seite nach unten kurz darin anbraten. Die Pilze wenden und mit einem Löffel etwas von der Butter-Knoblauchpaste in die Pilze füllen. Solange erhitzen bis die Butter in den Pilzen geschmolzen ist, das dauert je nach Größe des Pilzes unterschiedlich lang. Heiß mit Brot servieren


Dinkel-Eintopf

schmeckt sicher auch mit Hackfleisch- oder Wursteinlage sehr gut

pro Person braucht man:
60 g Dinkel
375 ml Wasser
40 g Knollensellerie
1 Karotte
50 g Pilze
1/2 Zwiebel
1/2 Knoblauchzehe
1 EL Butter
1 TL Gemüsebrühe
Pfeffer, Rosmarin
25 g Sahne

Den Dinkel weicht man am besten über Nacht ein, damit er ausreichend quellen kann. Anschließend Dinkel und Sud 25 Minuten kochen. Den Sellerie und die Karotten schälen und raspeln; Pilze putzen und in Stücke schneiden; Zwiebel und Knoblauch hacken. Diese zusammen in Butter braten und kurz bevor der Dinkel fertig ist unterheben. Mit Brühe, Pfeffer, Rosmarin würzen und Sahne einrühren.


Gehackter Mangold und Spinat mit aromatischen Kräutern

Zutaten:

700 g Spinat
700 g Mangold
1 große Zwiebel
Kräuterstrauß: Petersilie, Fenchelgrün, Koriander, Dill, Majoran, Rosmarin, Basilikum, Ysop oder jedes andere frische Kraut. Meiden Sie Estragon und Thymian, die in der mittelalterlichen Küche fehlen (aber nicht im mittelalterlichen Garten)
2 Eßlöffel Olivenöl
1 Prise Pfeffer
1 Messerspitze Nelken
1/4 Teelöffel Muskat Nus
Salz
 

Zubereitung:

Spinat und Mangold putzen und entstielen. Zuerst das Mangoldgrün und dann den Spinat in sprudelndem Salzwasser ca. zehn Minuten kochen und anschließend klein hacken. Die Kräuter zusammen mit der Zwiebel klein hacken und im Öl dünsten. Anschließend ein Glas Wasser, den gehackten Mangold und Spinat, sowie die Gewürze zugeben, durchmischen und erneut einige Minuten garen. Heiß oder warm serviert ist dieses Gericht eine eigenständige Mahlzeit oder kann als Beilage zu Eiern, Fleisch oder Fisch gereicht werden.


Griechisches Hühnchen (Huenre von kriechen)

Zutaten:
1 Hähnchen
500 g Schweinefleisch
1 Tl. Ingwer
1 El. Honig
125 ml Weißwein, trocken
Salz
Pfeffer
Rosenblätter

Zubereitung:
Hähnchen und Schweinefleisch nacheinander gar braten. Schweinefleisch in
häppchengroße Stücke schneiden. Aus Ingwer, Honig und Wein eine Sauce
ansetzen,
mit Pfeffer abschmecken und kurz aufkochen.

Das Hähnchen auf einer Platte anrichten, Schweinefleischstücke kreisförmig
darum anordnen und mit der Sauce übergießen. Als Dekoration mit den
Rosenblättern bestreuen.

 


Ambrosia vom Huhn mit Trockenfrüchten
 

"Wenn du Ambrosia von Hühnchen willst.
Nimm die Hühnchen, zerteile sie, dann brate sie mit frischem Speck und einigen in Ringe geschnittenen Zwiebeln. Wenn sie halb gar sind, nimm die Mandelmilch, verdünne sie mit Brühe und ein wenig Wein, setze sie mit den Hühnchen auf. Entferne vom Fett, was zuviel ist, gib mit dem Messer gehackten Zimt hinzu und wenige Gewürznelken. Und wenn das fertig ist, gib gedörrte Pflaumen, ganze Datteln, einige gehackte Muskatnüsse und ein wenig Brotkrume hinzu, die geröstet, gut zerstampft und in Wein und Essig aufgelöst wurde. Diese Speise soll süßsauer sein. Und achte darauf, daß die Datteln nicht aufplatzen."

Hat der Originalname dieses Gerichts, in den Büchern ambrogino oder ambrogino, etwas mit der alten Ambrosia, Nahrung der Götter, zu tun? Tatsächlich ist etwas ungemein Numinoses an diesem komplexen Rezept, das durch seine Kombination von süß, sauer und würzig und durch das Zusammentreffen der beiden Saucen, die sich nicht vermischen, dem Gaumen einen harmonischen Geschmacksreichtum bietet. Der Name findet sich auch in einem Festmenü von Siena, für Dienstag, den 23. Dezember 1326: Nach Weißen Ravioli, gekochtem Kalbfleisch und Wildbret trägt man den neunzig Gästen Geflügel ad ambrosina aschibeci auf, dem gebratener Kapaun und kandierte Birnen mit Zuckermandeln folgen (Cronache Senesi, S. 445). Die Speisenfolge ist durchaus beeindruckend, denn das Fest wird zu Ehren von Francesco Bandinelli gegeben, einem Knaben aus einer der vornehmsten Familien Sienas, der zum Ritter geschlagen wurde, und dieses Bankett ist nur eines von vieren, die in der Woche vor dem Festtag aufeinander folgen. Die Formulierung ordnet hier die Ambrosia in die Gruppe der escabeches ein, was kaum erstaunlich ist, weil man in ihr mehrere klassische Komponenten dieser Gruppe findet, nämlich Wein und Zwiebeln.

Zutaten:

1 Huhn
80 g fetter Speck
2 große Zwiebeln
8 Dörrpflaumen
10 Datteln
2 Brotscheiben
20 cl Weißwein
5 cl Essig
10 cl Bouillon
einige Zimtstangen
3 Nelken
1 Messerspitze Muskat Nuß
Mandelmilch aus 50 g geschälten Mandeln und ½l warmem Wasser

 

Zubereitung:

Das Brot toasten und die Kruste entfernen. Das Huhn in Stücke schneiden und mit Zwiebeln in dem ausgelassenen Speck anbraten. Die Mandelmilch mit 10 cl Weißwein und der Bouillon mischen. Sobald das Huhn leicht gebräunt ist, nach Belieben salzen und die Mischung Mandelmilch-Weißwein-Bouillon zugeben. Den grob gehackten Zimt, die Nelken ebenfalls dazugeben und alles etwa 30 Minuten köcheln lassen. Gegen Ende der Garzeit das zerkleinerte und mit dem restlichen Wein und Essig aufgelöste Brot zugeben, dazu die Datteln, die entkernten Pflaumen und das Muskat. Vom Feuer nehmen, sobald die Sauce eindickt. Abschmecken und, sofern nötig, nachwürzen.
Vor dem Servieren die Pflaumen und Datteln um das Huhn anrichten und die Sauce über das Huhn gießen.


Geschmortes Hähnchen

4 ganze Hähnchen zerteilen und in etwas Schmalz kräftig und kurz anbraten.
Einen Bräter damit füllen und:
8-10 Zwiebeln geviertelt
2-3 Suppengrün klein geschnitten
1 Knolle Knobi
2 Gläser Champignons
3 Zweige frischen Rosmarin
Gemüsebrühe + evtl. Wasser hinzugeben
 

Die Hähnchen zerteilen und in etwas Schmalz kräftig und kurz anbraten. Die Hähnchen in einen Bräter geben. Die Zwiebeln vierteln, das Suppengrün klein schneiden und beides zusammen mit den Champignons, dem Rosmarin und der Brühe dazugeben. Topf abdecken und in die Feuergrube stellen, Holzkohle drum und langsam durchglühen lassen. Wenn das Gemüse weich wird in einem zweiten Topf ca. 1 kg Reis kochen (man kann dazu evtl. überschüssige Brühe aus dem Schmortopf nehmen). Wenn alles fertig ist in den Schmortopf noch die Sahne hinzufügen.


Hühnerbrühe mit Kastanien

Zutaten für 6 Personen:
2 l Hühnerbrühe (dh: Man koche ein Huhn...)
1-2 Geflügellebern
250g Maronen (Eßkastanien)
3 hart gekochte Eier
1/2 TL gemahlener Ingwer
1/2 TL Zimt
2 zerstoßene Gewürznelken
1 Prise Kardamon
1 Prise Cayennepfeffer
1 Prise Safran, echten oder weglassen, falscher taugt nur für die Farbe
Salz

Die Hähnchen zerteilen und in etwas Schmalz kräftig und kurz anbraten. Die Hähnchen in einen Bräter geben. Die Zwiebeln vierteln, das Suppengrün klein schneiden und beides zusammen mit den Champignons, dem Rosmarin und der Brühe dazugeben. Topf abdecken und in die Feuergrube stellen, Holzkohle drum und langsam durchglühen lassen. Wenn das Gemüse weich wird in einem zweiten Topf ca. 1 kg Reis kochen (man kann dazu evtl. überschüssige Brühe aus dem Schmortopf nehmen). Wenn alles fertig ist in den Schmortopf noch die Sahne hinzufügen.


"To Make A Ffrycacee of Chicken" Hühnerfrikassee

Das Rezept für dieses phantastische Hühnerfrikassee kommt aus dem Reading-Manuskript.
Im Original lautet es:
"Nimm fühnf Hühner, schneide si in Stücke so groß wie Austern, würze sie mit Muskatblüte, Muskat und Pfeffer und Salz, süßem Majoran und Thymian, ein Pint Weißwein, zwei Maß kräftige Brühe, 2 Anchovis, 3 Schalotten, einige Fleischklößchen, in Scheiben geschnittene Zitrone, las alles dämpfen, bis sie weich sind, dann tue si in ein halbes Pfund Butter und schlag es mit zwei Eigelb, bis es dick wird, verziere mit gebratenen Sippols, Barbeeren, Zitrone und Austern."
Da zu dieser Zeit im Kloster Reading um die zwanzig Mönche lebten, hier das Rezept für den heutigen Gebrauch, für sechs bis acht Personen!

 

Zutaten:

für die Brühe
2 Hühnchen à 1-1,5kg
2 Zwiebeln, 2 Karotten, 1 Bouquet garni

für die Sauce:
4 EL Mehl
½ TL Muskat Nus
Pfeffer und Salz
150g Butter
3 oder 4 Schalotten oder 2 mittelgroße Zwiebeln
2TL fein gehackter Thymian mit Majoran vermischt
2 klein geschnittene Anchovisfilets
½ Flasche trockenen Weißwein
gut ½l Hühnerbrühe, gut abgeschmeckt
2 Eigelb

zum Garnieren:
18 kleine, dreieckige Weißbrottoast (Croûtons)
1 Zitrone in Achteln
250g gedünstete Champignons (oder Austern)
(Anmerkung: diese Mengen reichen wirklich nur zum garnieren, für eine richtige Beilage ist es viel zu wenig)
für die "Sippols" (Semmelklößchen)
90g Semmel Brösel aus Weißbrot
2TL fein gehackte Petersilie
1TL fein gehackter Thymian
1 kleine Zwiebel, sehr fein gehackt und in Butter weich geschmort
45g Butter
1 Eidotter
 

 

Zubereitung

Zwei Stunden bevor Sie mit dem Kochen beginnen, lösen Sie die Hühnerknochen aus und bereiten eine Brühe:
Haut, Knochen und Gerippe werden zusammen mit den Zwiebeln, Karotten und dem Bouquet garni in gut 1l Wasser zu einer kräftigen Brühe gekocht. Nach 1½ Stunden sollte die Menge auf knapp ein Liter eingekocht sein. Die Brühe wird durch ein Sieb gegossen und das Fett ab geschöpft. Reiben sie die Hühnerteile leicht mit dem Mehl ein, das zuvor mit Muskat Nuß, Pfeffer und Salz vermischt wurde. Unter ständigem Wenden braten Sie sie in 100g Butter 3 Minuten lang an. Zusammen mit Schalotten, Thymian, Majoran und klein geschnittenen Anchovis geben Sie das Huhn in einen Topf und gießen die Brühe und den Wein darüber. Lassen Sie alles 45 Minuten lang unter gelegentlichem Umrühren bei niedriger Hitze kochen.
Währenddessen bereiten Sie die Croûtons, Pilze, die Zitronen und die Semmelklößchen vor. Für die Semmelklößchen werden alle Zutaten vermischt, mit Eigelb gebunden und leicht in der Butter angebraten, in der Sie vorher die Zwiebeln geschmort haben.
Nach 45 Minuten nehmen Sie die Hühnchenteile mit einem Heber heraus und legen sie in eine flache Form. Gießen Sie die Flüssigkeit in eine Schüssel. Lassen sie 50g Butter in einem Topf schmelzen und rühren Sie 1EL Mehl hinein und geben Sie nach und nach die Brühe auf die Schwitze, bis sie ganz glatt ist. Dann muss sie etwa 3 Minuten kochen. Dann vom Feuer nehmen und - während Sie die zwei Eigelb verrühren - abkühlen lassen. Nun ziehen Sie die Eier darunter; die Sauce darf aber nicht kochen, sonst gerinnt sie.
Nun gießen Sie sie über das Hühnchen, legen sie Semmelklößchen darauf und garnieren sie mit Croûtons, den Pilzen (oder Austern), Zitronenschalen. Danach sofort servieren!


Kaninchenpastete

Wenn sie alt sind, müssen sie in Stücke geschnitten werden, aber die jungen blei­ben ganz. Man gibt gehackten Speck darüber und als Gewürze Nelken, Ingwer, Paradieskorn und Pfeffer.

Im Mittelalter ist das connis ein Wildkaninchen. Wir haben ein für die mittelalterlichen Teigpasteten typisches Rezept ausgewählt. Der Teig umschließt ein ganzes Fleischstück mit seinen Knochen. Die Hülle, die fest sein muss, wurde als eine Art Ofen angesehen, der es zuließ, das Tier sanft zu braten.

Die Kaninchenpastete kann die Gelegenheit zu einem schönen Spaß bieten. Wählen Sie ein recht fettes junges Kaninchen und richten Sie es auf, um ihm die Pose eines Hasen in der Sasse zu geben. Das ist nicht einfach; Sie brauchen kleine Holzspieße, um den Kopf zu halten. Umgeben Sie es mit einem festen Teig, der sich den Umrissen des Kaninchens gut anpasst, und aus den Resten formen Sie Ohren und Schwanz; öffnen Sie ihm mit zwei schwarzen Bohnen die Augen und backen Sie es im Ofen, bis es schön braun ist. Ihr Bildwerk wird bei Ihren Gästen einen bleibenden Eindruck hinterlassen!
 

Zutaten:

Pastetenteig
1 kg Mehl
250 g Butter
1 Ei
entsprechend Salz und Wasser

Füllung:
1 junges Kaninchen mit Leber
300 g gesalzener fetter Speck
1 Prise Nelken in Pulverform
1 Teelöffel Ingwerpulver
1 Teelöffel zerstampfte Paradieskörner (Malagätapfeffer)
oder 1 Teelöffel gemahlener schwarzer Pfeffer
1 gestrichener Eßlöffel Salz

 

Zubereitung:

Einen festen Pastetenteig zubereiten und 1 bis 2 Stunden kalt stellen, besser, man macht ihn schon am Vorabend.
Den Speck hacken und die Gewürz-Salz-Mischung herstellen.
Den Teig dick, etwa 1,5 cm, rechteckig ausrollen und auf ein Blech legen. Das Kaninchen vorbereiten und in die Position eines »Hasen in der Sasse« auf eine Seite der Teigplatte legen, auf der anderen Seite des Kaninchens den größeren Teil der Teigplatte freilassen, weil man sie später hochklappen wird. Der Kopf wird von kleinen Holzspießen aufrecht gehalten (abgeschnittene Eßstäbchen oder Schaschlikspießchen sind dazu sehr gut geeignet).

Das Kaninchen an der ganzen Oberfläche mit dem gehackten Speck belegen. Großzügig mit Gewürzen und Salz bestreuen. Das Kaninchen mit dem Teig umhüllen und beide Ränder unter dem Kaninchen verschließen. Den Formen des Kaninchens anpassen, so das sie sichtbar werden durch den Teig, der möglichst eng am Fleisch kleben sollte. Überschüssigen Teig wegnehmen, mit Wasser befeuchten und wieder an den Teig kleben.

Die Stelle der Schnauze nachzeichnen. Die Ohren aus einem Rest Teig ausschneiden und an die Seiten kleben. Für den Puschel genauso vorgehen. Die schwarzen Bohnen als Augen eindrücken.

Im heißen Ofen etwa 11/2 Stunde backen. Das Kaninchen gart in seiner Hülle sehr gut. Es ist nicht nötig, es zu lange garen zu lassen, denn sonst trocknet es aus. Wenn der Teig eine schöne Bräune erreicht hat, ist es fertig.

Als Ganzes auftragen, vor den Gästen an der Rückseite öffnen und wie einen Hasenbraten zerlegen. Den Teig nur den Gästen anbieten, die ihn wirklich kosten wollen, denn er ist äußerst sättigend!


Limonia oder Zitronenhuhn

"Um Limonia zu machen, werden kleine Hühner in Speck mit Zwiebeln gebraten, außerdem geschälte Mandeln zerstoßen, mit Fleischbrühe aufgegossen und gefiltert. Das wird mit besagten Hühnchen und Gewürzen gegart. Wenn man keine Mandeln hat, wird die Brühe mit Eigelb gedickt. Und wenn die Zeit des Auftragens kommt, dann gib den Saft von der Zitrone, Limone oder Pomeranze hinein."

Zutaten:

1 schönes Freilandhuhn
150g Mandeln
½l Fleischbouillon
2 mittelgroße Zwiebeln
60g fetter Speck
Saft von 1 Zitrone
1TL scharfes Gewürz (60g Pfeffer, 60g langer Pfeffer, 4g Nelken, 2g Muskat Nus)
Salz

Zubereitung:

Die Mandeln schälen und zerkleinern und mit der Bouillon eine Mandelmilch zubereiten (entweder man mörsert sich 'nen Wolf oder nimmt eine moderne Küchenmaschine. Man braucht etwa 30cl.
Das Huhn ausnehmen, säubern und in Stücke zerschneiden.
Den Speck würfeln und in einem Schmortopf auslassen. Die Hühnerstücke mit den Zwiebeln dazu geben und anbraten, bis sie goldbraun sind. Die verbliebenen Speckwürfel herausnehmen. Mit Salz und den Gewürzen überstreuen und die Mandelmilch dazugeben. Das Ganze aufkochen lassen und dann bei schwacher Hitze etwa 30 bis 40 Minuten köcheln lassen.
Wenn das Huhn gar ist, abschmecken und den Zitronensaft zugeben. Ein- oder zweimal aufkochen lassen, dann servieren. Wenn man die Sauce etwas dicker wünscht, kann man etwas weniger Mandelmilch verwenden.

Anmerkungen:

Warum (und vor allem wie) man die Speckwürfel aus dem Topf herausfischen soll, ist mir ein Rätsel. Man kann sie ohne Probleme drinnen lassen, muss dann aber vorsichtig mit dem Salz sein.
Das scharfe Gewürz ist eine "Fertigmischung", die man mit angegebene Mengen vorher zubereiten und immer wieder verwenden kann.


Bourbelier vom Wildschwein

Zutaten:
2 kg Wildschweinbraten (Frischling)
1/2 l Rotwein
1/4 l Weinessig
1/4 l Verjus*
100 g getoastetes Landbrot
1 Tl. Ingwerpulver
1 Tl. Zimtpulver
1 Tl. Paradieskörner**, im Mörser Zerstoßen
1 Prise Nelkenpulver, etwas mehr
15 g Salz, grobes

Zubereitung:
* ersatzweise 150 ml Apfelessig mit 100 ml Wasser verdünnt
** Malaguettapfeffer, ersatzweise schwarze Pfefferkörner


Vorbereiten der Sauce zum Begießen:
Den Wein, den Essig, den Verjus, das Salz und die Gewürze mischen. Das Brot
darin einweichen, wenn es aufgegangen ist, mit einer Gabel zerdrücken. Man
kann das Ganze noch durch ein Sieb treiben, es ist jedoch nicht unbedingt
erforderlich.

Den Braten abbrühen:
Das Fleisch in kochendes Wasser tauchen und herausnehmen, sobald es seine
Farbe verändert. Diese Vorgehensweise dient dazu, das Fleisch von seinen
oberflächlichen Verunreinigungen zu säubern und verringert nicht im
geringsten seine geschmackliche Qualität, ganz im Gegenteil.

Den Braten auf einem Drehspieß befestigen, auf den Grill über eine
Abtropfpfanne hängen. Die Garzeit beträgt etwa 30 Minuten pro Pfund. Den
Braten häufig mit der Würzsauce beträufeln, indem man als Pinsel einen
Rosmarinzweig benutzt.

Am Ende der Garzeit den Rest der Sauce über den Braten gießen. Die Sauce in
eine Schüssel geben, man serviert sie zum Braten. Falls mehr Sauce gewünscht
wird, die Abtropfpfanne aufs Feuer setzen und mit wenig Wasser die
karamellisierten Säfte lösen. Man erhält einen schönen gebräunten Saft,
kostet ihn, schmeckt mit Salz ab und trägt dann auf.


Anmerkungen: Das Rezept in dieser oder ähnlicher Form ist ein Klassiker
der französischen Rezeptbücher aus dem Mittelalter. Es ist schon in dem
Viandier des Taillevent, einer Handschrift aus der Bibliothek des Vatikan,
enthalten. Auch von Autor des Ménagier des Paris wird es erwähnt - er
erläutert, dass der Begriff bourbelier das Rückgrat (Kamm) des Wildschweins
bezeichnet.


Mittelalterliche, scharfe Fischsuppe

Das Originalrezept war für 40 Personen bestimmt und wurde an heutige Verhältnisse angepasst. Für 4-6 Personen benötigt man die folgenden Zutaten:

Zutaten:

pro Person 1 größeres Dorschfilet plus 1 Filet auf den Topf
2 Gläser Fischfond (empfohlen: Lacroix)
1 Flasche trockener Weißwein
1 Brötchen oder die entsprechende Menge Ciabatta
1 Elisenlebkuchen oder Pulsnitzer Lebkuchen
1 Schalotte
einige Pfeffer- und Pikment Körner
1 TL weißer Pfeffer
1 Spritzer Tabasco
2 Stückchen frisch geschälten Ingwer, fein im Mixer zerkleinert (mind. 3 gehäufte TL)
Safranfäden: soviel Fäden, wie drei Finger fassen* (ca. 1/2 TL)
Salz
1 Prise Zucker
1 Schuss Fruchtlikör
1-2 EL Butter
nach Geschmack evtl. etwas Kardamom
Zanzarelli

*Anmerkung von uns:
Der im Kloster verwendete Safran war wahrscheinlich von schlechterer Qualität als der von uns hier angebotene Safran und enthielt wahrscheinlich größere Anteile von Griffeln und anderen nicht färbenden Bestandteilen. Deshalb wurde dort eine ziemlich große Menge Safran eingesetzt. Wenn Sie für das Rezept Safranfäden guter Qualität verwenden, reicht ca. 1/2 TL Safranfäden aus. Die Verwendung extrem großer Safranmengen über 2 Gramm pro Person kann zu gefährlichen pharmakologischen Nebenwirkungen führen.

Zubereitung:

Fischfilet kurz in Essigwasser legen, abtropfen lassen, leicht salzen und in Stückchen schneiden. Die im Mittelteil des Filets evtl. enthaltene Grätenreihe fein herausschneiden und beiseite legen.

Brötchen (bzw. Ciabatta) und Lebkuchen in etwas Weißwein einweichen und anschließend im Mixer zerkleinern

Aus dem Fischfond und restlichem Weißwein einen Sud aufsetzen. Die ausgelösten Grätenreihen, Schalotte und einige Pfeffer- und Pimentkörner hinzugeben. Kurz aufkochen lassen, abschäumen und das eingeweichte Brötchen und Lebkuchen dazu geben. Bei kleiner Hitze kochen lassen.

Den Sud durch ein feines Sieb passieren, wieder auf den Herd setzen und mit Salz, Pfeffer, Tabasco, Ingwer und Safran (Fäden vorher mit wenig Zucker im Mörser zerreiben) abschmecken. 1-2 EL Butter unterrühren.

Das gewürfelte Fischfilet in die Suppe geben und bei kleinster Hitze 15 Minuten gar ziehen lassen (nicht mehr kochen!), dabei gelegentlich umrühren.

Mit Weißbrot oder Ciabatta servieren
 



Übersetzung aus dem Italienischen:

"Um Zanzarelli zu machen.
Um zehn Schalen zu machen: Nimm acht Eier, ein halbes Pfund geriebenen Käse und Semmelmehl, dann vermenge diese Dinge miteinander. Nimm einen Kessel mit Fleischbrühe, die von Safran gelb gefärbt ist, und setze ihn aufs Feuer. Wenn sie zu kochen beginnt, gib diese Masse hinein und rühre einmal mit dem Löffel um. Und wenn dir scheint, daß all dies dick ist, nimm den Topf vom Feuer und fülle die Schalen. Dann streue Gewürze darüber."

Diese Suppe erinnert an die römische stracciatella-Suppe, die auch heute noch gern gegessen wird. Man läßt im folgenden Rezept die Eier mit Absicht "gerinnen", um der Suppe ihre besondere "Körnigkeit" zu verleihen. Eier, Käse und Semmelmehl sollten möglichst die einzigen "festen" Bestandteile der Suppe sein.
Als erstes benötigt man einen großen Topf, um darin Hühnerbouillon zu kochen. - Das Rezept funktioniert auch mit anderen Bouillons, aber mit selbst gemachter Hühnerbouillon schmeckt es uns am besten.- Man braucht für gewöhnlich sehr viel Suppe, weil sie sehr gut schmeckt. Das Rezept läst sich problemlos auch für 40 bis 50 Leute umsetzen, man sollte jedoch dabei bedenken, dass der Parmesan etwa 30 Euro kosten wird!

Zutaten:

2 l Hühnerbouillon (s.u.)
8 Eier
200 g frisch geriebener Parmesan
80 g geriebenes trockenes Brot oder Semmelmehl
Safranfäden
Gewürzmischung in Pulverform (Zimt, Ingwer, Muskat Nus, Pfeffer)

Zubereitung:

Die Bouillon stellt man mindestens fünf Stunden vor dem Essen her, besser noch am Abend zuvor. Dazu braucht man ein Suppenhuhn, Karotten oder Rüben, Lauch, Zwiebeln, Nelken, Lorbeerblätter, Pfeffer und Salz. Wenn die Suppe erkaltet ist, nimmt man alle festen Bestandteile heraus, bzw. alles, was man noch später in der Suppe haben will, sollte ganz klein gemahlen werden.
Danach den geriebenen Käse, das Semmelmehl und die geschlagenen Eier in einem anderen Topf vermengen.
Die Bouillon wieder zum Kochen bringen. Sobald sie kocht, ein halbes Dutzend Safranfäden zugeben. Einige Minuten ziehen lassen, bis die Bouillon eine schöne goldene Färbung bekommt. Erneut zum Kochen bringen und die Käsemasse auf einmal zugeben. Mit dem Schneebesen vermischen und warten, bis die Suppe aufkocht. Ein oder zweimal aufkochen lassen, bis die Eier ausgeflockt sind und sich vom Rest der Suppe abheben.
Vom Feuer nehmen. Abschmecken. Großzügig mit Gewürzen bestreuen und servieren.
 


 

Knoblauch-Salbei Sauce

Zutaten:

(Ergibt ca. 3/4 l; wir haben vergessen genau zu messen ;) )
8 Streifen durchwachsener Speck
1 l Rotwein
1 halber Bund Salbeiblätter
3 Knollen Knoblauch
2 kg blaue Weintrauben
Zucker

Zubereitung:

Zuerst wird der Speck fein gewürfelt und in einem Topf oder Pfanne ausgebraten. Im Anschluss mit Rotwein ablöschen. Den fein gehackten Salbei und den zerdrückten Knoblauch zusammen mit den Trauben in den Topf zu dem abglöschten Speck geben. Alles muss einmal aufkochen. Jetzt muss die Sauce nur noch mit Zucker und Salz abgeschmeckt und durch ein Sieb gestrichen werden. Fertig.
Es ist aber von Vorteil, wenn die Sauce über mehrere Stunden am Feuer stehen kann, ohne jedoch viel zu köcheln. Dadurch kann sie länger ziehen und ihren Geschmack besser entfalten. Bei einer grossen Menge Sauce, wie sie hier angegeben ist, sollte mit dem Passieren spätestens eine 3/4 Stunde vor dem Servieren begonnen werden. Je nach Geschmack kann etwas von den festen Bestandteilen in die Sauce zurückgegeben werden.


Kräutertorte

Zutaten:
300 g Mehl
150 g Butter
Salz
Wasser
150 g Mangold
150 g Spinat
1 Handvoll Petersilie
1 Handvoll frische Minze Blätter
250 g fette Pancetta
300 g abgetropfter Quark oder frischer Tomme
4 Eier
1 Eigelb zum Färben
mit ein paar Safranfäden vermischt

Zubereitung:
Aus den angegebenen Zutaten einen Mürbeteig kneten und 1 bis 2 Stunden kalt
stellen.

Die Petersilie und das Gemüse putzen und waschen, die Mangoldrippen und
Spinatstiele entfernen. Sehr fein hacken, dann in ein Tuch packen und gut
ausschütteln.

Den Käse zerdrücken und mit dem gehackten Gemüse und der Petersilie
vermischen. Die Pancetta fein hacken und in die Mischung einarbeiten. Die
Eier zugeben und gut vermischen. Salzen.


Erst eine dünne Teigplatte ausrollen. Eine Form damit auskleiden. Diese mit
der Mischung füllen. Eine zweite Teigplatte ausrollen, die als Deckel dient.
Die Ränder gut verschließen. Mit einem Pinsel das geschlagene Eigelb mit den
Safranfäden auftragen.

Im heißen Ofen bei 225-250°C mindestens 1 Stunde backen. Der Deckel der
Torte muss schön braun sein.


Heidnischer Kuchen

ZUTATEN für 4 Pers.

500 gr. Rinderhack
200 gr. Speckwürfel
1 Apfel
5 Eier
2 Eigelb
1 Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
Pfeffer
reichlich Liebstöckel (gerne frisch!!)
250 gr. Mehl, 100 gr.
Schmalz, Pfeffer, Salz

Aus Mehl, Schmalz, 1 Ei und Wasser einen Mürbeteig kneten und ca. 1 Stunde ruhen lassen.
Rinderhack in Wasser kochen, abtropfen lassen. Apfel schälen und würfeln, Zwiebel und Knoblauch fein würfeln, Liebstöckel fein hacken. Mit Hack, Speck, den restlichen Eiern mischen und beherzt würzen. Den Teig auf einem Backblech (Backpapier drunter!) ausrollen. Die Fleischfüllung in die Mitte setzen und mit den Händen zu einem Kasten formen. Mit dem Teig umschließen. Den Teig mehrmals mit der Gabel einstechen.
Im Backofen bei 200 Grad ca. 40 bis 50 Minuten backen. Nach der Hälfte der Zeit mit 2 Eigelb bepinseln.
Kurz ruhen lassen und mit dem Elektromesser in daumendicke Scheiben schneiden.
Dazu passen Cumberland-Sauce (aus dem Feinkost-Regal) und ein kräftiger Rotwein.
Auch denkbar: ein frischer grüner Salat mit Yoghurt-Sauce


Kirschcreme (crême de cerises)

"Um eine Kirschspeise zu machen, nimm Kirschen am Tag von Sankt Johannes dem Täufer und entsteine sie. Zerstampfe sie in einem Mörser und treibe sie dann gut durch ein Sieb, damit der Saft gut herauskommt. Dann gib sie in einen Topf, gib Fett hinein oder Butter, gutes Weißbrot, einen guten Teil Zucker und eine Portion Wein. Wenn sie recht dick ist, richte sie in Platten an, spicke sie mit Gewürznelken und überstreue sie mit Zucker."

Zucker aus dem Orient war ein teures "Gewürz", dem man eine heilsame Wirkung zuschrieb. Daher wurde der Zucker vor allem in Speisen für Kranke verwendet. Wohlhabende Leckermäuler aus England liebten ihn jedoch auch als Bestandteil von Desserts, wie dieses Rezept aus einem englischen Traktat belegt. Auch die Vorliebe für die leuchtende rote Farbe erscheint uns heute noch als typisch Englisch. Gut ist, was grell farbig ist!
Das Rezept schmeckt gut mit süßen schwarzen Kirschen und Rotwein, aber man kann es auch mit Sauerkirschen zubereiten. In diesem Fall braucht man mehr Zucker und vielleicht einen Rosé, um die hellrote Farbe zu bewahren.
 

Zutaten:

700 g recht schwarze Kirschen
70 g trockenes Toastbrot (2 Scheiben)
100 g Zucker
1 Eßlöffel Puderzucker zum Überstreuen
20 g Butter
15 cl guter Rotwein (Bordeaux)
ganze Gewürznelken

 

Zubereitung:

Die Kirschen entsteinen, in den Mixer geben und den Saft abfiltern, dabei fest auf das Fruchtfleisch drücken, um so viel Saft wie möglich zu gewinnen. (Eine Küchenmaschine/Entsafter kann hilfreich sein.) Für die ganz "Mittelalterlichen" unter uns braucht es einen Mörser o.ä. und viel Geduld.
Die Brotscheiben von der Kruste befreien und in kleine Stücke schneiden.
Den Kirschsaft mit dem Brot, dem Wein und der Butter in einem Topf mischen und erhitzen. Nach dem ersten Aufkochen auf kleiner Flamme 10 bis 15 Minuten kochen, bis das Ganze eindickt. Das Brot muss ganz in der Masse aufgehen. In eine Schüssel gießen. Gut kalt werden lassen. Die Oberfläche der Creme mit Nelken verzieren, dann kalt stellen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.
Vorsicht: die Nelken nicht mitessen, sie sollen noch etwas Aroma abgeben und dienen ansonsten nur der Verzierung!
Die Kirschcreme gehört nicht zu meinen Lieblingsrezepten und fällt eher in den Bereich "englische Kuriosa".


Erdbeer- Topfen-Torte

Die Teigzutaten rasch verkneten. Eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

Den Teig ausrollen. In eine Torte-Form legen. Mehrmals mit einer Gabel den Teigboden einstechen

Backtrennpapier darauf legen und das Ganze mit Bohnen beschweren. Bei 250 Grad zwölf Minuten backen.

Die Gelatine nach Vorschrift einweichen und auflösen. Den Zucker im Zitronensaft auflösen. Mit dem Topfen vermischen. Das Ganze cremig aufschlagen. Die Gelatine unterrühren. Kalt stellen. Das geschlagene Obers unterheben.

Die Erdbeeren waschen, trocken tupfen und entkelschen. Den ausgekühlten Teigboden mit Marmelade bestreichen. Die Erdbeeren darauf verteilen. Die Topfencreme darauf streichen. Kühl stellen.
Tipp: Anstelle von Erdbeeren eingekochte Marillen verwenden.

Zutaten

  Für den Teigboden:
1/4 kg Mehl
1/8 kg Butter
1 EL Backzucker
1 Ei
1 EL Wasser
1 Prise Salz
Bohnen zum Blindbacken
Für die Fülle:
3/4 kg feste Erdbeeren
3/4 kg Topfen (20 % F. i. T.)
1/4 l Schlagobers
Saft von 3 Zitronen
15 dag Zucker
8 Blatt Gelatine
Erdbeermarmelade

 


Hagebuttentorte

Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen. Mehl und Backpulver versieben. Die Butter schaumig rühren. Nach und nach zuerst den Zucker, dann die Eier untermengen. So lange rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Nun noch die Mandeln und das Vanillemark untermengen. Das Mehl unterheben und zugedeckt im Kühlschrank zwei Stunden rasten lassen.

Zwei Drittel des Teiges zwischen zwei Klarsichtfolien ausrollen. Den Boden einer Springform damit auslegen. Aus der Hälfte des restlichen Teigdrittels eine dünne Rolle formen und als Teigrand auf den Teigboden setzen. Mit einer Gabel mehrmals in den Teigboden stechen.

Die Teigreste dünn ausrollen und Figuren (Sterne, Bäumchen etc.) ausstechen.

Die Hagebuttenmarmelade auf den Teigboden streichen. Die Figuren darauf legen. Den Teigrand und die Figuren mit Dotter bestreichen.

Den Kuchen ins 180 Grad heiße Backrohr schieben und eine knappe Stunde backen.

Zutaten :

 

20 dag zimmerwarme Butter
15 dag brauner Zucker
20 dag gemahlene Mandeln
30 dag Mehl
2 Eier
1 Vanilleschote
1 Prise Salz
1 TL Backpulver
1 Dotter
20 dag Hagebuttenmarmelade

 


Anleitung zur Met-Herstellung

Wenn man zum Gären von Met moderne Gärballons, Stopfen etc. benutzen möchte, macht man sich die Sache einfacher als mit mittelalterlichen Keramiktöpfen. Es ist nicht ganz leicht, eine Apotheke oder Drogerie zu finden, die Gärmaterialien bereithält. Dort besorgt man sich die Grundausstattung an Gefäßen und Utensilien, man muss mit Ausgaben von etwa 50 Euro rechnen. Zum Glück wird jeder nachfolgende Met Ansatz billiger.
Man braucht aus dem Met brauen keine Wissenschaft zu machen: Es ist nicht schwer.
Man mischt Wasser und Honig, die man beide auf ca. 50°C erhitzt hat. Nach dem vollständigen Erkalten füllt man seinen Gärballon mit dem Honigwasser und setzt eine zuvor angesetzte Vorkultur seiner Hefe zu. Etwa 10% des Gefäßes sollten unbedingt ungefüllt bleiben, weil sich die gärende Flüssigkeit ausdehnt. Schon am nächsten Tag steigen Blasen auf und entweichen über das Gärrohr. Früher nahm man statt des Gärrohrs eine Schweineblase, die denselben Zweck erfüllt: Luft kann entweichen, aber nicht in die gärende Flüssigkeit eindringen. Dies ist wichtig, weil man die Hefepilze stets vor Keimen schützen muss. Je nach Mischungsverhältnis dauert es einige Monate, bis die Blasen seltener werden und sich schließlich die trübe Flüssigkeit klärt. Wenn man den Met lagern will, sollte man die Klärung abwarten, denn erst dann ist die Gärung wirklich abgeschlossen. (Glasflaschen mit gärendem Met neigen zu Explosionen). Wer den Met frisch verbraucht, darf auch den nicht ganz fertigen Met genießen, er schmeckt besonders lecker. Vor dem Lagern in Flaschen kann man den Met kurz auf über 50°C erhitzen, also pasteurisieren.
Die folgenden Rezepte dienen als Anregungen, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
3kg Honig, 1l Apfelsaft, 7 l Wasser, 4 g Hefenährsalz, 40g Milchsäure, Reinzuchthefe

 4kg Honig, 5 l Wasser, zerstoßene Nelken, Ingwerpulver, Anispulver, Reinzuchthefe

6kg Honig , 0.5 Liter Traubensaft, 1 Apfel, 14 Liter Wasser, eine Vanilleschote, 3 Sterne Sternanis, 4 Gewürznelken, 2 Teelöffel Burgunderhefe, 50 ml Zitronensaft,

6l Apfelsaft, 12 kg Honig, 1 Esslöffel Mehl, Hefenährsalz für 25l, Sherryhefe, Zitronensäure

1l Honig, 4l Wasser, 10g getrockneter Hopfen, 1 Zitrone samt Schale, Reinzuchthefe

3 kg Honig, 1l Apfelsaft, 7 l Wasser, 35g Milchsäure, Hefenährsalz, Reinzuchthefe

Achtung: Honig hat eine fast doppelte spezifische Dichte wie Wasser, also 1l Honig ist nicht etwa 1kg, sondern fast 2kg! Also nicht mit den Maßangaben durcheinander kommen,
ein kleiner Tipp.


Gewürzwein

Im Mittelalter hat man praktisch niemandem "reinen Wein eingeschenkt". Der Wein war immer irgendwie gewürzt, sei es, weil das als wohlhabend galt, sei es, weil die Weine keine so gute Qualität hatten. Man kann beim Würzen des Weines kreativ sein, die Menschen waren es damals auch. Zucker, Zimt und Ingwerpulver sollten immer dabei sein. Ansonsten kann man nach Belieben auch Galgant, Honig, Kardamom, Macis, Majoran, Muskat, Narde, Nelke, Rosenwasser, Safran oder Weihrauch zufügen. Hier ein Vorschlag:

ZUTATEN:

3 Liter (einfacher!) Rotwein
300g brauner Zucker (auch etwas weniger möglich, insbesondere bei lieblichem Wein)
3 TL Ingwerpulver
2 TL Galgantpulver
2 TL Zimtpulver
1 TL Nelkenpulver
1 Prise schwarzer Pfeffer
1 kräftige Prise Muskat
1/2 TL zerstoßener Weihrauch (Olibanum)

Den Rotwein in einen großen Topf gießen, den Zucker gut unterrühren. Alle Gewürze vermischen und in den Wein geben. Ca. 2 Stunden ziehen lassen, dann durch ein Tuch filtern. Der Wein hält sich gut gekühlt zwei bis drei Wochen
.


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